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Sonntag, 2. September 2012

Die Sparkassen sind die beliebtesten Banken der Deutschen. Dabei sind die Zinsen niedrig, die Gebühren hoch und die Fonds mittelmäßig

Die Sparkassen Ein Aufruf zur Untreue
01.09.2012 · Die Sparkassen sind die beliebtesten Banken der Deutschen. Dabei sind die Zinsen niedrig, die Gebühren hoch und die Fonds mittelmäßig. Nichtmal innerhalb der regionalen Kassen sind Zinssätze einheitlich. Zeit, etwas zu ändern.
Von Dennis Kremer


© Getty Images/Ikon ImagesEs beginnt mit einem roten Sparschwein

Es ist eine innige Beziehung, gewachsen über viele Jahre. Sie beginnt normalerweise mit einem großen roten Sparschwein aus Plastik, geht dann weiter mit dem ersten Sparbuch sowie dem ersten Girokonto - und hält oft ein Leben lang. Die Deutschen mögen ihren Job wechseln, umziehen oder sich gar scheiden lassen - eines behalten sie trotzdem bei: Ihr Konto bei der Sparkasse. 50 Millionen Bundesbürger haben es.
Während viele Großbanken durch Fehlspekulationen von sich reden machen, gefallen sich die Sparkassen in ihrer Sonderrolle: Bei den Diskussionen um eine europäische Bankenaufsicht fordern sie eine Spezialbehandlung. Man gehört schließlich zu den Guten in diesen Krisenzeiten, von Brüssel aus regulieren lassen will man sich da nicht. In der Bevölkerung findet das Rückhalt: Mehr als die Hälfte der Befragten gab in einer Forsa-Umfrage an, den Sparkassen sehr zu vertrauen. Banken im Allgemeinen landeten mit rund 20 Prozent Zutrauen weit abgeschlagen dahinter.

Schlechte Angebote

Doch es ist Zeit, untreu zu werden. Denn der alte Werbeslogan „Wenn’s ums Geld geht, Sparkasse“ stimmt schon längst nicht mehr. Dies zeigt ein nüchterner Blick auf die Zahlen, die wohl so ziemlich jedem Bankkunden wichtig sein dürften: die Konditionen für Tagesgeld zum Beispiel. Oder die Zinsen, die beim Überziehen des eigenen Kontos anfallen.
Zwar gibt es keine einheitlichen Sätze, jedes der insgesamt 423 Sparkassen-Institute in Deutschland kann das Niveau selbst festlegen. Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung für die größten deutschen Sparkassen macht aber deutlich: Ihre Angebote sind bestenfalls durchschnittlich, oftmals sogar klar schlechter. Wenn’s ums Geld geht, mögen die Sparkassen darum für viele Kunden eine naheliegende Lösung sein. Aber mit Sicherheit nicht die beste. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, die Dachorganisation der Institute, gibt offen zu: „Wir wollen und wir können nicht die günstigsten Anbieter sein. Aber wir haben das Ziel, unseren Kunden attraktive und faire Konditionen zu bieten.“
© F.A.Z.Durchschnittlich verlangen die Sparkassen 12,29 Prozent Überziehungszins und zahlen 0,56 Prozent Tagesgeldzins (Mittelwert von 22 großen Sparkassen)
Attraktiv jedoch lassen sich die Tagesgeld-Offerten nun wirklich nicht nennen, die viele große Sparkassen ihren Kunden machen. Im Durchschnitt kommen die FMH-Experten bei einer Stichprobe von 22 untersuchten Kassen auf einen Zinssatz von gerade einmal 0,56 Prozent. Negativ fällt vor allem die Sparkasse Leipzig auf, sie zahlt nur mickrige 0,2 Prozent fürs Tagesgeld. Zwar können Sparer auch mit der Konkurrenz nicht reich werden. Aber im Mittel bieten deutsche Banken nach FMH-Angaben wenigstens rund 1,3 Prozent, bei den besten Anbietern lassen sich bis zu 2,5 Prozent herausholen.
Sind die Zinsen für Tagesgeld denkbar niedrig, sind sie dafür bei einer anderen Bankdienstleistung umso höher - beim Dispokredit. Der fällt immer dann an, wenn Bankkunden ihr Konto überziehen. Von jenen fairen Konditionen, von denen ihr Verband schwärmt, sind viele Sparkassen weit entfernt. Stattdessen wird es für ihre Kunden oft richtig teuer.

lesenswert weiter unter :

 http://www.faz.net/aktuell/finanzen/die-sparkassen-ein-aufruf-zur-untreue-11875835.html

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